Kürbis: Unser Liebling im Herbst

Kürbissuppe ist ab September ein Muss und wie ein Gespenstergesicht im Kürbis geht, weiß eigentlich auch jeder. Doch der Kürbis kann so viel mehr! Wir lüften seine Geheimnisse.

Die Riesenbeere aus Übersee

Im 16. Jahrhundert gelangte der Kürbis aus Mittel- bzw. Südamerika nach Europa. In seiner Ursprungsheimat gehört er zu den ältesten Kulturpflanzen der Erde und zählt – Überraschung! - botanisch gesehen zu den Beeren­früchten. Im Vergleich zu seinen kleinen zarten Verwandten ist er aber ein Koloss: Je nach Sorte kann ein Kürbis bis zu über einem Meter im Durch­messer groß werden und über 500 kg schwer. Unter der meist nicht essbaren, harten Schale liegt das weiche, saftig-zarte, orange-rote Fruchtfleisch, dass wir hier als Gemüse so lieben. Warum eigentlich?

Nun: Mit nur 25 Kalorien pro 100 Gramm und einem Wassergehalt von 90 % sind Kürbisse kalorienarm und der schlanken Linie zuträglich. Zudem versorgt Kürbis uns unter anderem mit Kalium, gut für Muskeln und Blutdruck; mit Vitamin C, das etwa die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Lebensmitteln erhöht sowie mit Beta-Carotin, das im Körper zu Vitamin A umgebaut werden kann. Vitamin A ist wichtig für unsere Sehkraft und den Schutz der Haut und Schleimhäute. Schlank und schön dank Kürbis – was will man mehr?

Kürbissorten

Die einzelnen Kürbissorten unterscheiden sich sehr – in Form, Farbe, Größe und auch in ihrer typischen Nutzung. Kleinere Speise- und Gartenkürbisse eignen sich als Gemüsebeilage und für Suppen oder Salate, während Riesenkürbisse vor allem zu Kompott verarbeitet oder eingelegt werden. Aber auch für die Verschönerung unseres Zuhauses nutzen wir ihn gern. Kleine Zierkürbisse sind zweifelsohne Bestandteil einer jeden schönen Herbstdekoration. Und für Halloween gibt es extra Schnitz-Kürbissorten, deren Fruchtfleisch unbedingt auch verarbeitet werden sollte. Ob ein Kürbis reif ist, erkennt man daran, dass er beim darauf Klopfen hohl klingt. Kürbisse sollten beim Kauf eine feste, unverletzte Schale und noch ein Stückchen Stiel haben, dann halten sie im feuchten Keller wochenlang, angeschnitten im Kühlschrank ein paar Tage.

 

Die wichtigsten bei uns zu findenden Sorten sind:

 

Bischofsmütze: orange-grün, Form erinnert an Bischofsmütze, aromatisch, schwer zu schneiden, darum meist für Suppen genutzt.

Butternut-Kürbis: gelb, birnenförmig, wenig Kerne, viel Fruchtfleisch, feines Butteraroma, schmeckt roh oder gegart.

Hokkaido-Kürbis: leuchtend orange, zwiebelförmig, besonders beliebt und schmackhaft (Esskastanien-Aroma), für alles zu gebrauchen, die Schale kann mitgegessen werden.

Muskatkürbis: orange-grün, stark gerippt, sehr saftig und aromatisch, roh oder gegart zu essen – gut für Füllungen.

Patisson: oder UFO-Kürbis, flach, verschiedenfarbig, Schale bei jungen Früchten sehr weich, je kleiner desto besser – wird dann sogar ganz eingelegt.

Spaghetti-Kürbis: gelb, länglich, das Fruchtfleisch zerfasert nach dem Backen in die „Spaghetti“, denen er seinen Namen verdankt.

Sweet Dumpling: gelb mit etwas grün, gerippt, bis 600 Gramm schwer, besonders süß und aromatisch nach Esskastanien, festes, knackiges Fruchtfleisch.

Kürbissorten

Kürbis mal anders: als Braten oder Nachtisch

Jetzt kennen Sie die einzelnen Kürbissorten und was man damit feines zaubern kann, verraten wir natürlich auch.

 

Butternut-Braten (Zutaten für 2 Personen)

1 Butternut-Kürbis (800 Gramm), längs halbiert, entkernt, ausgehöhlt ->Fruchtfleisch aufheben

1 kleine Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 3 EL Öl

150 Gramm Risotto-Reis (wie wäre mal schwarzer?)

½ Liter Gemüsebrühe

30 Gramm Parmesan

1 EL Butter, 1TL Zimt, Salz, Pfeffer

50 Gramm Mandelstifte, 25 Gramm Cranberrys (getrocknet)

2 Zweige Rosmarin

 

  1. Kürbisfleisch, Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln, in 2 EL Öl ca. 5 Minuten anbraten. Reis abspülen und dazugeben, kurz andünsten, mit Brühe auffüllen, zugedeckt etwa 40 Minuten köcheln.
  2. Backofen vorheizen (Ober-/Unterhitze 180 Grad, Umluft 160 Grad).
  3. Mandeln in einer Pfanne kurz anbraten. Parmesan reiben, mit Butter und den Gewürzen unter das Risotto geben, abkühlen lassen, Mandeln und Cranberrys zufügen.
  4. Reis in die Kürbishälften füllen, zusammenklappen, mit Küchengarn binden (inklusive Rosmarinzweige). Kürbis außen mit Öl bestreichen, salzen und pfeffern. In Bräter geben und zugedeckt im Ofen 90 Minuten braten.
  5. Dazu passt Pilz- oder Rotweinsauce. Für die vegane Variante Parmesan weglassen.

 

Kürbisquark (Zutaten für 8 Personen in Auflaufform)

100g Löffelbiskuits

150g Apfelmus & 150g Kürbispüree

Vanillemark, Zitronenschale

Saft von 1 Zitrone

75 Gramm brauner Zucker

75ml Wasser

500 Gramm (Mager) Quark

500 Gramm Mascarpone

Zimtzucker zum Bestreuen

 

  1. Apfelmus und Kürbispüree mischen, mit Vanillemark und Zitronenschale abschmecken. Boden einer Auflaufform mit Löffelbiskuits belegen, Püree darüber verteilen.
  2. Quark und Mascarpone mit Zucker, Wasser und Zitronensaft glattrühren, auf das Püree geben und glattstreichen.
  3. Mit Zimtzucker bestreuen, gut kühlen.

Verrückt: Kürbis selbst gärtnern?

Kürbis im eigenen Garten

Kürbisse lassen sich leicht selbst züchten. Hier kann man auch mal besondere Sorten ausprobieren. Und warum nicht in einem Topf auf dem Balkon? Ausgesät werden Kürbisse Ende April, Anfang Mai einzeln direkt in den vorbereiteten Boden. Auf Spätfrost achten, den mag der Kürbis nicht. Die Erde sollte mit Kompost angereichert sein, damit die Pflanze gut wächst. Gern auch direkt auf dem Komposthaufen oder „gefüttert“ mit Pferdemist 😉. Jede Pflanze sollte je nach Sorte nur zwei bis drei große oder vier bis fünf kleine Kürbisse tragen, damit diese sich gut entwickeln können. Darum sollte der Kürbis beschnitten werden. Vor allem nach der Befruchtung brauchen die Pflanzen viel Wasser, sonst bleiben die Früchte relativ klein. Danach regelmäßig wässern. Damit der Boden im Sommer nicht zu stark austrocknet, mulcht man den unmittelbaren Wurzelbereich rings um jede Pflanze mit Rhabarberblättern, Stroh oder einer dünnen Rasenschnitt-Auflage. Wenn die Kürbisse ihre Endgröße erreicht haben, können Sie das Gießen einstellen, da sie sich sonst nicht gut lagern lassen. Kürbisse der großfruchtigen Sorten sollten Sie auf eine trockene Unterlage betten, sobald sie eine gewisse Größe erreicht haben, zum Beispiel auf ein Holzbrett oder eine dicke Schicht Stroh. Je nach Form der Frucht sollten sie möglichst mit dem Stängel senkrecht nach oben stehen. So reifen sie gut aus und bekommen eine gleichmäßige Form. Schneiden Sie den reifen Kürbis mit einem mehrere Zentimeter langen Stängelstück ab und waschen Sie alle Erdreste von der Frucht ab. Anschließend lassen Sie den umgedrehten Kürbis gut abtrocknen, bevor Sie ihn einlagern – oder er wird direkt genutzt….

Kürbisdeko mal anders
Kürbis Vase
Herbstdeko

Zum Verlieben: Kürbisdeko mal anders

Kürbisse mit ihren oft leuchtenden Herbstfarben sind eine wunderbare Herbstdeko – doch meist fällt einem nur ein, mehrere Exemplare auf den Tisch zu legen (gepaart mit Kastanien) oder rund um Halloween ein Grinsegesicht zu schnitzen. Doch Kürbisse eignen sich für viel mehr – man braucht nur ein paar Anregungen und wird dann schnell selbst kreativ. Hier drei erste Ideen für die andere Kürbisdeko, die uns besonders gut gefallen.

 

Kürbis als Blumenvase

Vom Kürbis einen Deckel abschneiden (oder auch eine oder mehrere „Ecken), aushöhlen (bei den Ecken so gut es geht. Dann Steckschwamm in das Loch randhoch hineindrücken. Und schon kanns losgehen: Blumen, Blätter Zweige, Tanne, Gräser, Tannenzapfen, Äste – was man findet oder mag eng zusammenstecken (Gegenstände vorher mit Draht umwickeln). Sieht übrigens auch mit einem Butternut-Kürbis sehr schön aus.

P.S. Vorher Stand der „Vase“ prüfen und ggf. unten gradeschneiden.

 

Lustige Kürbistiere

Sie haben einen Kürbis, eine Klebepistole und etwas Farbe, Pappe, Klebeaugen und Pfeifenputzer? Dann leben bei Ihnen in Kürze allerliebste Kürbistiere. Wie wäre es beispielsweise mit Kürbiskatzen?

Dafür den Kürbis schwarz anmalen – oder braune Streifen aufmalen. Dreieckige Ohren und eine rote eckige Nase aus der Pappe schneiden, sechs Pfeifenputzer passend kürzen. Klebeaugen aufbringen (oder mit Lackstift aufmalen), Nase mit Pfeifenputzer-Barthaaren und Ohren ankleben, fertig. Ähnlich geht es mit einer Eule – da braucht man aber 2 Kürbisse… Oder wie wäre ein Vampir?

 

Kürbislaternen

Wer sich auch vorm Bohren nicht scheut, kann grazile Kürbislaternen anfertigen. Dafür zuerst ein Muster überlegen und passende Löcher von außen in die Schale bohren (am besten vorher aufmalen). Besonders schön wird es mit verschiedenen Bohrergrößen. Danach vorsichtig die Deckel­öffnung schneiden und Kürbis gut aushöhlen. Kerze rein und: freuen! Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

 

Doch nicht vergessen: Kürbisse hassen Frost – dann schimmeln sie schnell und ihre Pracht ist dahin….

Kürbislaterne basteln

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