Darum lohnt sich ein Ausflug nach…

Ein Erfahrungsbericht von Marie Schnitzler

Altenberge

Schon mal was von Altenberge gehört? Nein? Dabei ist die kleine Stadt topographisch einzigartig gelegen. Sie befindet sich auf einem Höhenrücken und bietet einen beeindruckenden Rundblick auf das Münsterland, die Baumberge und sogar den Teutoburger Wald. Imposante Einblicke erhält man jedoch vor allem im Untergrund von Altenberge – im denkmal- und naturgeschützten Eiskeller.

Outdoorsportler­*innen aufgepasst

Hier finden Sie einige tolle Touren rund um Altenberge.

Kilometerlange Wanderwege und Rundgänge in der Natur laden viele Einheimische wie auch Touristen zum Spazieren, Reiten sowie Fahrradfahren ein. Ein beliebtes ,,Pilgerziel‘‘ für alle Aktiven ist dabei die Krüsellinde – eine 300 Jahre alte Sommerlinde, die zudem das Wahrzeichen von Altenberge ist.

Krüsellinde

Kuriose Namen sind in und um Altenberge beliebt, denn hier findet sich auch die Holzholländerachteckwindmühle – schon der Name lohnt einen Besuch, damit man allen davon erzählen kann (können Sie es schon auswendig sagen, oder müssen Sie den Namen noch ablesen?). Die Windmühle mit dem fast unaussprechlichen Namen ist sogar mehr als 300 Jahre alt und ein absoluter Hingucker. Wer also eine Wanderung plant oder mit dem Rad unterwegs ist, sollte ihr unbedingt einen Besuch abstatten.

Eisiger Abstieg in Altenberge

Eiskeller

Doch Altenberge hat mehr zu bieten als wunderschöne Natur und Wanderrouten. Was ganz Besonderes befindet sich tatsächlich unterhalb der Stadt - der Eiskeller. Der vermutlich größte erhaltene „Kühlschrank‘‘ in ganz Europa hat von 1860 bis 1931 für ausreichend flüssige Nahrung gesorgt, denn bei dem Eiskeller handelt es sich um Altenberges ehemalige, unterirdische Bierbrauerei. Und obwohl dort schon längst kein Bier mehr gebraut wird, ist der ,,Eiskeller Altenberge‘‘ ein beliebtes Ausflugsziel, das Denkmal- und Naturschutz vereint.

 

Vor dem Lockdown habe ich mich gewagt, die Tiefen des Kellers zu erkunden. Die geplanten Führungen durch die imposanten Kellergewölbe beginnen im Informationszentrum. Passend zur Geschichte sieht dieses aus wie eine Eisscholle und leuchtet im Dunkeln grün-bläulich. Hier gab‘s spannende Informationen zur Historie des Eiskellers und zu den damaligen Kühlverfahren…, glücklicherweise bei normalen Raumtemperaturen 😉. Trotzdem: es war mir gar nicht so bewusst, wie froh wir sein können, heute ganz einfach mit dem Kühlschrank in der Küche Lebensmittel frisch zu halten. Das war früher eine große Herausforderung! Danach ging es durch verwinkelte Gänge und Treppen ganze drei Etagen hinab bis zu einem acht Meter hohen, imposant gewölbten Raum. In der Decke sind zwei Öffnungen zu erkennen, von dort wurde das klein gehackte Eis in den Eiskeller geworfen. Allerdings erkennt man noch etwas anderes an den Decken des Gewölbes: Fledermäuse!

 

Um genau zu sein: Wasser-, Fransen- und Langohrfledermäuse. Alle drei sind stark gefährdete Arten, die sich in Ritzen und Löchern wohl fühlen und nicht, wie die meisten Artgenossen, kopfüber frei im Raum hängen. Die unterirdische Tour hat mich, dank all der historischen Informationen und beindruckenden Einblicke, zum Staunen gebracht. Ein Ausflug, den ich garantiert nicht so schnell vergessen werde.

 

Neben Führungen finden in den Kellergewölben übrigens auch Veranstaltungen statt. Beliebt in der Location, vor allem wegen der einmaligen Akustik, sind kleine Konzerte. Auf der Website finden Sie aktuelle Veranstaltungen sowie die allgemeinen Öffnungszeiten.

 

Sie sehen: die kleine, aber feine Stadt Altenberge hat einiges zu bieten! Also machen Sie sich auf den Weg….

Eiskeller? Was ist das eigentlich?

Damit die Inhaltsstoffe des Bieres (Bierwürze, Malzschrotsud und Hopfen) zügig auf Kellertemperatur abkühlen, hat man früher im Eiskeller, wie der Name vermuten lässt, Eis eingelagert. Vor Kühlschrank und Co. gab es sogenannte Eisbauern, die in den Wintermonaten Eis aus Teichen und Flüssen mithilfe von Pflügen und Sägen bargen. In Altenberge machte man vor allem von nahegelegenen Teichen Gebrauch. Dieses Eis wurde dann in die Kellerräume verfrachtet und hat dort bis zu zwei Jahre gehalten. Der Gärungsprozess des Bieres dauert circa acht bis zwölf Wochen. Vor allem in den Sommermonaten war das Eis entscheidend dafür, dass das Bier nicht ,,umkippte‘‘.

Eiskeller Altenberge

Bildrechte

onlinestreet.de

Stadt Altenberge

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