Sommer vor der Haustür

Urlaubszeit, aber die aktuelle Situation erschwert das Reisen? Verbringen Sie sie doch einfach zu Hause! Wir verraten Ihnen, wie Sie den Sommer entspannt genießen.

Mit Vorfreude und Sehnsucht haben Sie dem Sommer und damit auch der Urlaubsreise entgegengefiebert, bis uns allen das Corona-Virus einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Und nun? Auf der Couch rumsitzen und den wohlverdienten Urlaub mit Däumchen drehen verbringen?

 

Das muss nicht sein. Unsere Heimat hat so viel zu bieten! Also zur Abwechslung mal den Sommer zu Hause genießen! Die Wetteraussichten für dieses Jahr sollen auf unserer Seite sein. Mit etwas Glück haben wir noch bis Oktober „Draußensein-Wetter“. Also raus aus dem Hamsterrad und hinein in die Stadt, den Wald, ins Grüne. Ob Radtour am Kanal, faulenzen im Park oder grillen am See – natürlich mit Abstand: Abschalten und auftanken lagen nie näher. Entschleunigung inklusive. Die finden Sie nämlich nicht nur an fernen Urlaubsorten – ganz im Gegenteil: Urlaub zu Hause bietet viele Vorteile.

Entspannter zu Hause

„Nicht umsonst heißt es: Zu Hause ist es am schönsten“, sagt die Diplom-Psychologin Julia Scharnhorst. „Hier ist alles vertraut, wir kennen uns aus, müssen uns nicht anstrengen, um uns zurechtzufinden. Das erleichtert vielen Menschen die Entspannung.“ Sie empfiehlt allerdings, auch die Sommertage auf „Balkonien“ gut zu organisieren, sonst bleibt man leicht im gewohnten Alltagstrott. „Gestalten Sie Ihre freie Zeit so, wie Sie es auch an einem Ferienort tun würden“, rät sie. „Ausgiebig frühstücken, sich etwas Schönes vornehmen, Ausflüge machen.“ Am Urlaubsort gefalle es uns oft nur deshalb so gut, weil wir dort von bestimmten Alltagspflichten entbunden sind: Wäsche waschen, Essen kochen, sauber machen. Vielleicht lässt sich das eine oder andere ja auch zu Hause, zumindest vorübergehend, delegieren. Einfach mal das neue Restaurant im Viertel austesten oder sich einen Putzengel gönnen – den findet man zum Beispiel unter www.helpling.de. Denn Urlaub zu Hause schont das Budget – da ist dann so ein Extra schon mal drin.

Zuhause entspannen

Kräutergarten statt Keller

Buchtipp:

Das Glück liegt um die Ecke, man muss es nur finden!“ Getreu diesem Motto liefert der etwas andere Reiseführer pfiffige Tipps für die kleine Auszeit vom Alltag – ganz in der Nähe.

„Glücksorte im Ruhrgebiet“, 168 Seiten, Droste Verlag, 14,99 €

Auf keinen Fall sollte man im Zuhause-Urlaub ungeliebte Projekte erledigen: etwa endlich den Keller aufräumen oder die Steuererklärung machen. „Wenn es nicht anders geht, sollten Sie solche Aufgaben gleich zu Beginn abgehakt haben – sonst haben Sie die Projekte die ganze Zeit vor der Brust“, rät Julia Scharnhorst. Anders ist es mit Vorhaben, die einem Spaß machen. „Wer schon lange einen Kräutergarten anlegen wollte, geht vielleicht genau in dieser Tätigkeit auf – und das ist der beste Weg zur Erholung.“ Unbedingt in die Planung des Heimaturlaubs aufnehmen sollte man Aktivitäten, die neue Erfahrungen versprechen. So lässt sich das Beste aus beiden Welten verbinden – Vertrautheit und Tapetenwechsel. „Geeignet ist Kreatives und Überraschendes: alles, was Ihnen dabei hilft, aus der üblichen Routine auszubrechen“, so Julia Scharnhorsts Tipp. „Sie können natürlich versuchen spontan zu sein, dürfen sich dabei nur nicht vom Alltag einholen lassen. Einfacher ist es, wenn Sie Pläne schmieden – und sie dann auch wirklich umsetzen.“ Wie wäre es zum Beispiel mit einer ungewöhnlichen Sightseeingtour? Von Abkühlungen in Badeseen bis hin zu Gleitschirmfliegen – es gibt in der Region viel zu erleben!

Kräutergarten
Gartenparty
Abenteuer erleben
< class="headline">Kräutergarten statt Keller

Jetzt ist die Chance, ganz neue Seiten der Heimat zu entdecken! Beim Urlaub daheim läuft man auch nicht Gefahr, die Erholung der Jagd nach dem besten Fotomotiv oder dem tollsten Erlebnis zu opfern. In Zeiten von Facebook, Instagram und Co. vergessen viele, ihre Ferien richtig zu genießen – und suchen stattdessen die perfekte Inszenierung. „Das tun wir nur, um anderen zu imponieren“, erklärt Julia Scharnhorst, „und es funktioniert nicht mal. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass wir uns nur dann für Urlaubsfotos anderer interessieren, wenn wir selbst schon einmal an dem abgebildeten Ort waren.“ Dann doch lieber das Handy in der Tasche lassen und den Sonnenuntergang am See mit den eigenen Augen betrachten.

Touri-Brille Aufsetzen

Die Heimat hat mehr zu bieten, als man denkt. Reiseführer besorgen und ab geht’s auf Entdeckungstour. Am besten zu Fuß oder mit dem Rad – je langsamer Sie unterwegs sind, desto mehr sehen Sie. Gute Tipps liefert auch www.meine-stadt.de

Ungewöhnliches probieren

Im Urlaub wagt man gern Neues, warum nicht auch zu Hause? Bungee-Jumping, Stand-Up-Paddling, Crossgolf, Gleitschirmfliegen …

www.nrw-tourismus.de/wassersport

www.querfeldeins.org

Die Welt nach Hause holen

Fremden Kulturen begegnen – das geht auch hier! Lernen Sie eine Sprache, besuchen Sie einen internationalen Kochkurs oder laden Sie Reisende aus aller Welt zu sich ein: zum Beispiel unter www.couchsurfing.com

Plantschen Daheim

Ob Badesee oder Freibad: Die App „Strandbad Guide“ verrät, wo die nächste Möglichkeit zur Abkühlung wartet. Inklusive Infos zu Eintritt, Parkplätzen etc.

www.dasoertliche.de/freibad

Sanfte Rückkehr zum Alltag

Das kann nicht schaden, denn irgendwann – es nützt ja alles nichts – kehrt die Routine doch wieder ein. Wie kann man das heitere, gelassene Urlaubsfeeling noch möglichst lange bewahren? Auch da hat Urlaub daheim die Nase vorn: keine stressige Rückreise, keine riesigen Berge Urlaubswäsche und unerledigter Post. „Die Rückkehr in den Alltag ist meist zu abrupt. Das setzt unnötig unter Druck: Ein Teil der Erholung geht so gleich wieder flöten“, weiß Julia Scharnhorst. Nach Reisen sollte man deshalb immer eine Übergangsphase einplanen. Vor allem aber, so ihr letzter Rat: Die Erholung nicht nur auf den Urlaub beschränken, sondern regelmäßig Pausen einlegen und Auszeiten nehmen. Dafür sind Ferien zu Hause oder ein langes Wochenende die ideale Übung!

Tipps für den "Urlaub Daheim"

BEACHBARS MIT TOLLER KULISSE

Im Strandstuhl liegen, den warmen Sand durch die Zehen rieseln lassen und Cocktails schlürfen – das gibt’s nicht nur auf Ibiza.

Beachbars im Versorgungsgebiet

Chillen am Kai

Zurücklehnen und die Seele baumeln lassen: Das „Coconut Beach“ am Kreativ-Kai gilt als Münsters coolste Freiluft-Location. Jeden Sommer wird der Platz vor dem Club Heaven mit 400 Tonnen feinstem Quarzsand in Münsters einzigen Stadtstrand verwandelt. Drei Theken, der „Heimatgrill“ und ein Swimmingpool machen den Kurzurlaub am Kai perfekt.

www.coconutbeach.de

Füße in der Stever

Das Lakeside Inn an der Stevermündung gehört zu den sommerlichen Hotspots am Halterner Stausee. Drinnen ist das Lokal im amerikanischen Stil gehalten, draußen ist Beachfeeling pur angesagt. Wer mag, kann am hauseigenen Sandstrand mit dem Drink in der Hand seine Füße in der Stever kühlen.

www.lakesideinn.de

Boatwatching am Kanal

Mitten im Gewerbegebiet, wo man es nicht erwartet, liegt der wohl schönste Sandstrand am Rhein-Herne-Kanal. In der Strandbar-Lounge „Stadthafen“ in Recklinghausen können Sonnenhungrige stundenlang tiefenentspannt den dahinschippernden Binnenfrachtern hinterherschauen und auf der Restaurant-Terrasse den kleinen Hunger zwischendurch stillen.

www.stadthafen.com

Urlaub unterm „U“

Weißer Sand, Palmen, Drinks, Füße im Pool, relaxte Atmosphäre und dazu Industrie-Chic – der gestresste Ruhrstädter entspannt gern im „Moog Garden“, so heißt der Beachclub (ehemals Weststrand) am Fuß des Dortmunder „U“. Eine Wohlfühl-Oase inmitten der City lädt zum Hinfläzen ein. Dazu gibt es Cocktails und Live-Musik.

www.moog-dortmund.de

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