Schritt für Schritt das Haus sanieren

Altersgerecht, energetisch und einbruchhemmend sanieren: Mit den Jahren trägt das Eigenheim nicht nur erste Altersspuren, sondern muss sich auch unserer persönlichen Lebenssituation und den damit verbundenen Ansprüchen anpassen.

Bernd Horstmann

Bernd Horstmann

Energieberatung

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Bestands­aufnahme:

Wärmeverluste erkennen

Gebäude haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 80 Jahren – wenn innerhalb dieser Zeit nicht alle Gewerke erneuert werden.

Die Faustregel für Sanierungen und Modernisierungen lautet: Spätestens (!) nach 20 fallen die ersten größeren Arbeiten an. Nehmen Sie sich deshalb in regelmäßigen Abständen Zeit für eine Bestandsaufnahme ihres Zuhauses, um mögliche Schwachstellen in der Gebäudesubstanz rechtzeitig zu er­ken­nen und anfallende Arbeiten vorausplanen zu können. Auch beim Kauf einer Bestandsimmobilie sollten alle durchgeführten Arbeiten genau geprüft werden, um den Zustand und damit den Wert des Gebäudes richtig einschätzen zu können. Hier hilft auch der Blick in den Energieausweis.

Unsere Checkliste für Bestandsgebäude:

Nach 10 Jahren:

Gibt es Schimmelprobleme oder Feuchtig­keits­schäden? Sind Risse im Mauerwerk oder Putzab­platzungen zu sehen?
 

Nach 20 Jahren:

Benötigen Fassade, Treppenhaus, Türblätter oder Fensterrahmen einen neuen Anstrich? Wie ist der Zustand der Bodenbeläge? Wie ener­getisch effizient arbeitet die Heizanlage?

Nach 30 Jahren:

Wie steht es um die sanitären Anlagen? Und müssen die Dächer erneuert oder Balkone saniert werden?

Nach 40 Jahren:

Wie ist der Zustand der Haustechnik, sprich der Verkabelung und Elektroanlage? Sind die Zu­wege (auch die Garagenzufahrt) noch sicher?

Tipp:

Eine hilfreiche Methode, energetische Schwach­stellen (fehlende Dämmung oder feuchtes Mauer­werk) zu erkennen, ist die Thermografie. Dabei lassen sich Wärmeverluste erkennen und be­heben. Mithilfe von Wärmebild­kameras werden Fotos von allen Seiten des Gebäudes erstellt. Die Infrarotstrahlen zeigen Bereiche von blau (kühl) über die Farben gelb und grün (mittel) bis hin zu rot (warm) an. Gerade im Winter zeigen sich z. B. an kühlen Wänden, Feuchte­schäden und Stock­flecken, wo Nachholbedarf besteht.

Mit Thermografie Wärmelecks orten

Planung:

Das gesamte Gebäude im Blick

Erneuerung der Fenster und Türen, Dämmung des Daches – Welche Ar­beiten fallen aktuell an? Wichtig ist es, bei der Planung strukturiert vor­zu­gehen. Nur wer das gesamte Gebäude im Blick behält, verbessert nach­haltig seine Energie­bilanz, spart Geld und hilft der Umwelt. „Im Vor­der­grund der Planung sollten immer die eigenen, individuellen Bedürfnisse stehen – jetzt und in Zukunft“, rät Bernd Horstmann, Energieberater bei Erenja. Fragen Sie sich deshalb: Passt mein Haus noch zu mir?
 

Dabei spielen drei große Bereiche eine Rolle:
 

  • Altersgerechte Sanierung: Wer auch im hohen Alter selbstständig leben möchte, ist auf Barrierefreiheit, z. B. im Bad, und smarte Helfer an­ge­wiesen.
  • Energetische Sanierung: Eine Modernisierung des Gebäudes zur Senkung des Energieverbrauchs spart Kosten und verbessert die Umweltbilanz.
  • Einbruchhemmende Sanierung: Sicherheit im eigenen Zuhause steht an oberster Stelle, insbesondere mit Kindern oder für Senioren.

Tipp:

Effektives Dämmen geht schon mit wenig Aufwand: Korrekt ausgeführte Rohrisolierungen, z. B. mit Schaumstoff oder Stein­wolle, sparen Heizenergie und vermeiden so unnötige Heizkosten.

Mit wenig Aufwand die Rohre dämmen

Kosten:

Förderungen nutzen

„In jedem Haus ist schon mit kleinem Budget viel möglich“, weiß Energie­berater Bernd Horstmann. Manchmal genügen schon kleine Maßnahmen wie eine fachmännische Rohr­isolierung, das Optimieren der Heizung durch Temperatur­regelung, das Schließen von Heiz­körper­nieschen und Dämmen von Rolladen­kästen, ein hydraulischer Abgleich oder Austausch der Pumpe. Für größere Sanierungs- und Moderni­sierungs­arbeiten ist es Hausbesitzern dringend zu empfehlen, rechtzeitig Rücklagen zu bilden. Darüber hinaus gibt es Unter­stützung wie das Erenja-Förderprogramm oder das Erenja-Wärmecontracting. Dabei übernehmen wir gegen einen monatlichen Grund- und Arbeitspreis die kompletten Anschaffungskosten einer modernen und effizienten Heizungsanlage für Sie inklusive der Kosten für Betrieb, Wartung und Reparatur.

Tipp:

Um eine Finanzierung solide planen zu können, muss man sich im Dschungel der Förderungen zurechtfinden. Welche Förderungen gibt es in den Bereichen der erneuerbaren Energien, Energie­effizienz und Klimaschutz? Dafür gibt es ein tolles Tool im Web: das Förder.Navi der Energie­Agen­tur.­­NRW.

Sichern Sie sich Förderungen für Ihre Hausmodernisierung

Timing:

Wer macht wann was?

Grundsätzlich gilt für jede Haussanierung: Machen Sie sich im Vorfeld einen Arbeits- und Zeitplan! Die Arbeitsschritte sollen immer von außen nach innen erfolgen. Welche und wie viele Fachleute Sie im Einzelnen beauftragen, hängt natürlich von der Komplexität des Vorhabens ab. Für kleinere Sa­nie­rungen braucht es vielleicht nur einen Handwerksbetrieb, für umfangreichere Maßnahmen verschiedene Gewerke. Bei großangelegten Gebäude­über­holungen übernimmt in der Regel ein Architekt die Planung und Koordination der Beteiligten. Bei massiven Eingriffen in die Bausubstanz ist zudem in der Regel ein Statiker erforderlich.

Tipp:

Bei der ener­getischen Sa­nierung kann ein Energie­berater dabei helfen, den Ist­zustand des Gebäudes zu ermitteln und ein maß­­geschnei­dertes Energie­konzept zu erstellen, damit sich mögliche Investi­tionen möglichst zeitnah amorti­sieren. Der Energie­berater ist auch Fach­mann für Förder­möglichkeit, er kann die Voraus­setzungen einzelner Mittel prüfen und bei der Bean­tragung quali­fiziert zur Seite stehen.

Gesprächssituation mit dem Energieberater

Das Extra:

Schöner und bequemer leben

Manchmal geben nicht Energieeinsparungen oder ein altersgerechter Um­bau Anlass zur Modernisierung, sondern der simple Wunsch nach mehr Komfort und Behaglichkeit in den eigenen vier Wänden. Wer sich beispiels­weise durch smarte Technologien das Leben erleichtern möchte, muss seine Elektroinstallation auf den Prüfstand stellen. Auch eine Baderneuerung, wie etwa der Austausch einzelner Sanitärobjekte oder eine neue Beleuchtung, kann für ganz neue Wohnqualität sorgen.

Tipp:

Gerade im Bereich der Reno­vierung und Gestaltung können nach dem Prinzip #diy viele Arbeiten selbst übernommen werden. Dazu gehören Ta­pe­zieren, Streichen oder das Verlegen von neuen Boden­belägen. So spart man Geld und verleiht dem Eigenheim seinen ganz individuellen Charme.

Renovierung
Schritt für Schritt das Haus sanieren - Erenja gibt Tipps

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