Schritt für Schritt das Haus sanieren

Altersgerecht, energetisch und einbruchhemmend sanieren: Mit den Jahren trägt das Eigenheim nicht nur erste Altersspuren, sondern muss sich auch unserer persönlichen Lebenssituation und den damit verbundenen Ansprüchen anpassen.

1. Bestandsaufnahme: Wärmeverluste erkennen

Gebäude haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 80 Jahren – wenn innerhalb dieser Zeit nicht alle Gewerke erneuert werden. Die Faustregel für Sanierungen und Modernisierungen lautet: Spätestens (!) nach 20 fallen die ersten größeren Arbeiten an. Nehmen Sie sich deshalb in regelmäßigen Abständen Zeit für eine Bestandsaufnahme ihres Zuhauses, um mögliche Schwachstellen in der Gebäudesubstanz rechtzeitig zu erkennen und anfallende Arbeiten vorausplanen zu können. Auch beim Kauf einer Bestandsimmobilie sollten alle durchgeführten Arbeiten genau geprüft werden, um den Zustand und damit den Wert des Gebäudes richtig einschätzen zu können. Hier hilft auch der Blick in den Energieausweis.

Unsere Checkliste für Bestandsgebäude:

  • Nach 10 Jahren:
    Gibt es Schimmelprobleme oder Feuchtigkeitsschäden? Sind Risse im Mauerwerk oder Putzabplatzungen zu sehen?
  • Nach 20 Jahren:
    Benötigen Fassade, Treppenhaus, Türblätter oder Fensterrahmen einen neuen Anstrich? Wie ist der Zustand der Bodenbeläge? Wie energetisch effizient arbeitet die Heizanlage?
  • Nach 30 Jahren:
    Wie steht es um die sanitären Anlagen? Und müssen die Dächer erneuert oder Balkone saniert werden?
  • Nach 40 Jahren:
    Wie ist der Zustand der Haustechnik, sprich der Verkabelung und Elektroanlage? Sind die Zuwege (auch die Garagenzufahrt) noch sicher?

TIPP:

Eine hilfreiche Methode, energetische Schwachstellen (fehlende Dämmung oder feuchtes Mauerwerk) zu erkennen, ist die Thermografie. Dabei lassen sich Wärmeverluste erkennen und beheben. Mithilfe von Wärmebildkameras werden Fotos von allen Seiten des Gebäudes erstellt. Die Infrarotstrahlen zeigen Bereiche von blau (kühl) über die Farben gelb und grün (mittel) bis hin zu rot (warm) an. Gerade im Winter zeigen sich z. B. an kühlen Wänden, Feuchteschäden und Stockflecken, wo Nachholbedarf besteht.

2. Planung: Das gesamte Gebäude im Blick

Erneuerung der Fenster und Türen, Dämmung des Daches – Welche Arbeiten fallen aktuell an? Wichtig ist es, bei der Planung strukturiert vorzugehen. Nur wer das gesamte Gebäude im Blick behält, verbessert nachhaltig seine Energiebilanz, spart Geld und hilft der Umwelt. „Im Vordergrund der Planung sollten immer die eigenen, individuellen Bedürfnisse stehen – jetzt und in Zukunft“, rät Bernd Horstmann, Energieberater bei Erenja. Fragen Sie sich deshalb: Passt mein Haus noch zu mir?

TIPP:

Effektives Dämmen geht schon mit wenig Aufwand: Korrekt ausgeführte Rohrisolierungen, z. B. mit Schaumstoff oder Steinwolle, sparen Heizenergie und vermeiden so unnötige Heizkosten.

Dabei spielen drei große Bereiche eine Rolle:

  • Altersgerechte Sanierung:
    Wer auch im hohen Alter selbstständig leben möchte, ist auf Barrierefreiheit, z. B. im Bad, und smarte Helfer angewiesen.
  • Energetische Sanierung:
    Eine Modernisierung des Gebäudes zur Senkung des Energieverbrauchs spart Kosten und verbessert die Umweltbilanz.
  • Einbruchhemmende Sanierung:
    Sicherheit im eigenen Zuhause steht an oberster Stelle, insbesondere mit Kindern oder für Senioren.

3. Kosten: Förderungen nutzen

„In jedem Haus ist schon mit kleinem Budget viel möglich“, weiß Energieberater Bernd Horstmann. Manchmal genügen schon kleine Maßnahmen wie eine fachmännische Rohrisolierung, das Optimieren der Heizung durch Temperaturregelung, das Schließen von Heizkörpernieschen und Dämmen von Rolladenkästen, ein hydraulischer Abgleich oder Austausch der Pumpe. Für größere Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten ist es Hausbesitzern dringend zu empfehlen, rechtzeitig Rücklagen zu bilden. Darüber hinaus gibt es Unterstützung wie das Erenja-Förderprogramm oder das Erenja-Wärmecontracting. Dabei übernehmen wir gegen einen monatlichen Grund- und Arbeitspreis die kompletten Anschaffungskosten einer modernen und effizienten Heizungsanlage für Sie inklusive der Kosten für Betrieb, Wartung und Reparatur.

TIPP:

Um eine Finanzierung solide planen zu können, muss man sich im Dschungel der Förderungen zurechtfinden. Welche Förderungen gibt es in den Bereichen der erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz? Dafür gibt es ein tolles Tool im Web: das Förder.Navi der Energie­Agentur.­­NRW.

4. Timing: Wer macht wann was?

Grundsätzlich gilt für jede Haussanierung: Machen Sie sich im Vorfeld einen Arbeits- und Zeitplan! Die Arbeitsschritte sollen immer von außen nach innen erfolgen. Welche und wie viele Fachleute Sie im Einzelnen beauftragen, hängt natürlich von der Komplexität des Vorhabens ab. Für kleinere Sanierungen braucht es vielleicht nur einen Handwerksbetrieb, für umfangreichere Maßnahmen verschiedene Gewerke. Bei großangelegten Gebäudeüberholungen übernimmt in der Regel ein Architekt die Planung und Koordination der Beteiligten. Bei massiven Eingriffen in die Bausubstanz ist zudem in der Regel ein Statiker erforderlich.

TIPP:

Bei der energetischen Sanierung kann ein Energieberater dabei helfen, den Istzustand des Gebäudes zu ermitteln und ein maßgeschneidertes Energiekonzept zu erstellen, damit sich mögliche Investitionen möglichst zeitnah amortisieren. Der Energieberater ist auch Fachmann für Fördermöglichkeit, er kann die Voraussetzungen einzelner Mittel prüfen und bei der Beantragung qualifiziert zur Seite stehen.

5. Das Extra: Schöner und bequemer leben

Manchmal geben nicht Energieeinsparungen oder ein altersgerechter Umbau Anlass zur Modernisierung, sondern der simple Wunsch nach mehr Komfort und Behaglichkeit in den eigenen vier Wänden. Wer sich beispielsweise durch smarte Technologien das Leben erleichtern möchte, muss seine Elektroinstallation auf den Prüfstand stellen. Auch eine Baderneuerung, wie etwa der Austausch einzelner Sanitärobjekte oder eine neue Beleuchtung, kann für ganz neue Wohnqualität sorgen.

TIPP:

Gerade im Bereich der Renovierung und Gestaltung können nach dem Prinzip #diy viele Arbeiten selbst übernommen werden. Dazu gehören Tapezieren, Streichen oder das Verlegen von neuen Bodenbelägen. So spart man Geld und verleiht dem Eigenheim seinen ganz individuellen Charme.

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