E-Bike fahren – auch im Winter

E-Bikes waren DER Trend im Jahr 2020. Doch in den Wintermonaten halten scheinbar alle ihren Winterschlaf. Das muss nicht sein! Wir informieren, wie man auch im Winter sicher mit dem E-Bike fährt und geben wertvolle Tipps zur Wartung und Pflege des Rads.

E-Bike bei Schnee und Eis

Das Überwintern des E-Bike-Akkus

Es gilt: Bei Frost den Akku niemals draußen am E-Bike lassen.

Um lange Freude an Ihrem E-Bike und dem dazugehörigen Akku zu haben, gibt es im Winter einiges zu beachten:

Die optimalen Temperaturen für den Motor und den Akku des E-Bikes liegen zwischen fünf und 30 Grad. Sie halten aber kurzfristige Ausreißer von minus zehn bis plus 40 Grad stand. Auf Dauer sind Lithium-Ionen-Akkus jedoch kein Freund von niedrigen Temperaturen, deshalb sollten Sie den Akku Ihres E-Bikes immer mit ins Haus oder zumindest mit in den Fahrradkeller nehmen. Vergessen Sie dies einmal und der Akku ist sehr kalt, schließen Sie ihn auf keinen Fall sofort an eine Steckdose. Der Sensor könnte Schaden nehmen und einen Kurzschluss hervorrufen. Der Akku muss sich vor dem Aufladen erst auf Zimmertemperatur erwärmen. Es gibt mittlerweile sogar Akkus, die die Ladefunktion blockieren, sollte das System zu kalt sein.

 

Damit der Akku auch bei kalten Temperaturen um den Gefrierpunkt einwandfrei funktioniert, können Sie diesem ein sogenanntes “Mäntelchen” überziehen. Dabei handelt es sich um spezielle Neoprenüberzüge, die auch während der Fahrt warmhalten. Nässe hingegen macht dem Akku prinzipiell nichts aus, da er durch sein Gehäuse gut geschützt ist. Haben Sie es einmal eilig und der Akku ist zu stark ausgekühlt, fahren Sie am besten nur auf der niedrigsten Stufe mit Ihrem E-Bike.

Sicherheit statt Rutschpartie

nasses Laub, rutschigen Straßenbelag und gefrorene Nässe

Jeder Fahrradfahrer hat sie zum Feind - nasses Laub, rutschigen Straßenbelag und gefrorene Nässe. Mit einem einfachen Trick können Sie mehr Halt gewinnen: Reduzieren Sie den Reifendruck ein wenig, so erzeugen Sie eine größere Auflagefläche. Spezielle “Winterreifen” sind kein Muss. Allerdings sind sogenannte All Terrain Reifen gut für diejenigen geeignet, die mit besonders schwierigen Witterungsverhältnissen zu kämpfen haben. Und wenn Sie in einem Gebiet mit dauerhaft geschlossenen Schneedecke wohnen, benötigen Sie unbedingt Spikes – die sind aber nur für Pedelecs mit maximal 25 km/h zugelassen.

 

Im Winter können übrigens auch die Pedale eine glatte Angelegenheit sein. Bei Nässe kann es passieren, dass Sie auf Plastikpedalen mit Straßenschuhen oder Turnschuhen rutschen. Dagegen helfen einerseits spezielle Pedale mit einem Haftbelag, andererseits können Sie mit einem simplen Trick ebenfalls Abhilfe schaffen: Rauen Sie die Plastikpedalen mit grobem Schmirgelpapier an. Sie werden staunen, wie viel besseren Halt Ihre Füße dadurch bekommen.

 

Die richtige Pflege und Wartung des E-Bikes

Auch wenn Sie im Winter Ihr Rad nicht oft nutzen, sollten Sie es regelmäßig und ordentlich auf Mängel überprüfen. Ist die Bremsscheibe in Ordnung? Sind die Lichter einwandfrei? Generell gilt: Prüfen Sie alle Teile auf Verschleiß. Reinigen und ölen der Kette beugt Rost vor. Getriebeschaltungen sowie Riemenantriebe sind pflegeleichter als Kettenschaltungen. Das liegt daran, dass zum Beispiel bei der Getriebeschaltung alle wichtigen Teile gut geschützt im Gehäuse liegen. Eine extra Pflegeeinheit ist hier überflüssig.

Natürlich sollten Sie Ihr E-Bike regelmäßig von groben Verschmutzungen befreien. Am besten benutzen Sie dafür Wasser (Achtung: Das E-Bike niemals mit dem Hochdruckreiniger säubern!) und trocknen es nach der Reinigung gut ab.

 

Apropos sauber und trocken: Um das E-Bike ideal unterzustellen, sollten Sie einen gut belüfteten Ort wählen. Wenn Sie das Rad stets noch feucht in einem Raum parken, in dem die Luft nicht zirkulieren kann, können auf Dauer Schäden entstehen.

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung

Dieser Spruch ist nicht ohne Grund allbekannt. Im Winter herrschen kalte Temperaturen, oft in Begleitung von Wind und Regen. Da ist es besonders wichtig, dass Sie sich warm anziehen. Das altbewährte Zwiebelprinzip bietet sich hierbei gut an. An der Haut anliegend sollten Sie Funktionskleidung tragen, da diese den Schweiß abtransportiert und dafür sorgt, dass Ihr Körper nicht auskühlt. Die oberste Schicht sollte immer ein Regen- und Windschutz sein. Zudem ist es wichtig, auf Oberteile mit langem Schnitt zu achten, damit der untere Rücken stets gut bedeckt ist und die Kleidung nicht hochrutscht. Eine Erkältung kann schließlich niemand gebrauchen.

Jetzt heißt es: warm anziehen!

Unter den eisigen Temperaturen leiden vor allem das Gesicht sowie Ohren, Hände und Füße. Um sich also bestmöglich vor Kälte zu schützen, sollten Sie unter dem Helm eine dünne Mütze, ein Stirnband oder Ohrenschützer tragen. Ein Helmcover bietet zusätzlichen Windschutz. Dank Reflektoren oder Neonfarben sorgt dieser für Sichtbarkeit, was in den dunklen Wintermonaten unabdingbar ist. Ein atmungsaktives Schlauchtuch um den Hals spendet ebenfalls Schutz bei starker Kälte. Für Ihre Augen verwenden Sie am besten eine Schutzbrille mit hellen Gläsern. Diese sorgt für optimale Sichtverhältnisse bei Regen, Schnee und Wind.

 

Handschuhe sind bei kalten Temperaturen ein Muss. Nur bitte keine Fäustlinge, diese schränken das Schalten und Bremsen erheblich ein. Doch nicht nur die Hände kühlen schnell aus, auch die Füße leiden unter kalten Temperaturen. Die Lösung: Neopren-Überzieher oder beheizbare Sohlen.

 

Der morgendliche Weg zur Arbeit findet im Winter in Dunkelheit statt. Auch am Nachmittag ist es früh dunkel. Damit man Sie aus weiter Ferne immer deutlich erkennen kann, sollten Sie zusätzlich zu den Lichtern am E-Bike reflektierende Elemente an der Kleidung sowie Neonfarben tragen. Extra Schutzwesten oder die eben erwähnten Helmcover gewährleisten, dass Sie im Dunkeln auf dem E-Bike für alle Verkehrsteilnehmer*innen sichtbar sind.

Radtouren im Winter

Radtouren im Winter

Egal, ob Sie nun Ihr E-Bike im Winter für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder für Radtouren nutzen: haben Sie stets die Strecke gut im Blick. Sollte ein Radweg mal vereist oder verschneit sein, weichen Sie gegebenenfalls auf die Straße aus. Radwege werden erst nach den Straßen geräumt und können deshalb rutschiger sein.

 

Zu guter Letzt noch ein Tipp: Nutzen Sie doch mal beliebte Ausflugsziele und Radwege im Winter – und genießen Sie, dort eher allein zu sein. Apps wie komoot oder outdooractive bieten eine große Auswahl Radtouren in der Region. Die Apps geben dank Kommentarfunktion zusätzliche Info darüber, ob die Strecken wintertauglich sind.

Also trotzen Sie dem Wetter und rauf aufs E-Bike.

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