Frühlingssonne küsst die Bienenvölker wach

„Im Märzen der Bauer…“ ist eine alte Volksweisheit, die man gut auch auf Bienenvölker übertragen kann. Denn als Frühlingsbote bringt der März die ersten milderen Tage. Frühblüher, Weiden und Sträucher erwachen und bieten mit ihren Blüten den Bienen eine erste Pollen-Frischemahlzeit nach dem Winter. Für Imker wird es nun Zeit, einen Blick in die Völker zu werfen.

die Bienenstöcke

Normalerweise würden Bienen jetzt nur ausfliegen, um ihre Kotblase zu leeren. Durch den wieder viel zu warmen Winter ist dies aber bestimmt schon längst passiert. Das gute Wetter in März und April hat dafür gesorgt, dass die kleinen Honigsammler ihren Flugbetrieb bereits frühzeitig wieder aufgenommen haben und die Völker schon stetig wachsen. Jetzt wäre es umso schlimmer, wenn ein Volk noch verhungert. Darum ist für mich vor allem eins wichtig: die Futtervorräte zu kontrollieren. Außerdem säubere ich die Böden der Stöcke. Damit nehme ich den Bienen etwas Arbeit ab, da sie sonst selbst jede tote Biene einzeln hinaustragen müssen.

 

Mein erster nach-dem-Winter-Blick in die Bienenstöcke ist alles in allem beruhigend, doch bei einem Volk blutet mir das Imkerherz: hunderte tote Bienen liegen auf dem Boden. Auch das gehört zum Imkern. Erfreulicherweise hat die Königin mit einer noch immer guten Anzahl von Arbeiterinnen überlebt. Natürlich werde ich euch berichten, ob und wie sich das Volk in den nächsten Wochen erholt und positiv entwickelt. Drückt mir die Daumen!

Hunderte tote Bienen am Boden: Der Winter war sehr hart für dieses Volk.

Hunderte von Toten Bienen

Nun geht’s aber zur Futterkontrolle. Da ich mir extra einen besonders warmen Tag ausgesucht habe, kann ich gezielt Waben aus dem Volk ziehen, um einen genauen Blick darauf zu werfen. Schon beim Anheben der Völker bekommt man ein Gefühl für die noch vorhandene Futtermenge. Und der Blick auf die ersten Waben zeigt Erfreuliches. Die Königin auf der einen, das Brutnest auf der nächsten Wabe – so weiß ich, dass das Volk einen guten Entwicklungsstand hat. Die Königin ist übrigens mit einem farbigen Punkt markiert. So fällt es mir einerseits leichter, sie im Auge zu behalten und nicht während der Arbeit zu verletzten. Andererseits zeigt mir die Farbe, aus welchem Jahr die Königin ist. Die Dame auf dem Bild „in Neongrün“ stammt aus dem Jahr 2019. Die Königin für das Erenja-Volk wird eine blaue Markierung erhalten.

Die Königin inmitten ihrer Bienen

Die Futterkontrolle bestätigt mal wieder meine jahrelange Imkererfahrung, dass starke Völker tendenziell einen kleineren Vorrat an Futter übrighaben als kleinere Völker. Das ist auch nachvollziehbar, denn große Völker haben bereits mehr Brut und verbrauchen so mehr Futter. Oft entnehme ich deshalb überschüssige Waben aus schwachen Völkern und hänge sie zu den stärkeren. In diesem Jahr ist das jedoch erst mal nicht nötig. Fast alle Völker machen einen guten Eindruck und werden mit Ihren Vorräten noch die Zeit bis zur ersten richtigen Tracht überbrücken. Denn erst wenn Löwenzahn, Kirsche oder Raps blühen, ist der Tisch für Bienen wieder reich gedeckt. Bis dahin behalte ich die Vorräte darum lieber genauestens im Auge.

 

Erinnert Ihr euch noch an den letzten Blogbeitrag? Dort habe ich von meinen Winteraufgaben berichtet und davon, wie ich aus gesammeltem Bienenwachs neue Mittelwaben herstelle. Noch brauche ich die aber nicht. Nur sehr alte, schwarze Waben ersetze ich schon durch frischere. Das fällt mit unter die Kategorie Frühjahrsputz….  So - nun will ich die Bienen nicht weiter stören. Denn es ist ja immer noch erst Frühling und es gilt, den Wärmeverlust möglichst gering zu halten. So richtig los geht die Arbeit erst in den kommenden Wochen - ich freu mich schon drauf!

 

So sieht es übrigens aus, wenn die kleinen Stecher den Imker das erste Mal im Jahr sehen. Ich würde meinen, die Freude ist groß 😊

Blumenwiese

Bildrechte:

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Sebastian Hellmund

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